NEUROCHIRURGIE

Die Neurochirurgie stellt eine Disziplin aus dem medizinischen Bereich dar. In diesem Berufsfeld werden sowohl Anteile der Chirurgie als auch Neurologie vereinigt. Fachärzte für Neurochirurgie sind sowohl für die Diagnosestellung als auch für operative Eingriffe von Erkrankungen oder Verletzungen, die das zentrale sowie vegetative Nervensystem betreffen, zuständig. Zu den vielfältigen Aufgabengebieten eines Neurochirurgen zählen beispielsweise das Erkennen und Behandeln von Erkrankungen oder Verletzungen an Schädel, Gehirn und Rückenmark. Operative Behandlungen eines Bandscheibenvorfalls sowie einer Gehirnblutung oder offener Gehirnverletzung gehören ebenfalls zum Berufsalltag.

Patienten suchen einen Neurochirurgen in Bonn aufgrund unterschiedlichster Symptome auf. Häufig handelt es sich hierbei um Schmerzen, die bis in die Gliedmaßen ausstrahlen können. Einerseits strahlen diese vom Rücken bis in das Bein oder den Fuß aus und gehen teilweise mit Ausfallserscheinungen sowie Gefühlsstörungen einher. Andererseits können diese Schmerzen von der Halswirbelsäule in die Arme ausstrahlen. Zur dritten größeren Symptomgruppe zählen Kopfschmerzen, die mit Ausfallserscheinungen oder Schwindelerscheinungen verbunden sind.

Um im Bereich der Neurochirurgie tätig werden zu können, bedarf es einer speziellen Ausbildung. Nach einem erfolgreichen Medizinstudium können Ärzte nach einer sechsjährigen Weiterbildung den Facharzt für Neurochirurgie erreichen. In der Ausbildungszeit wird eine mindestens vierjährige Tätigkeit im Krankenhaus sowie eine sechsmonatige Beschäftigung in der neurochirurgischen Intensivmedizin verlangt. Zudem kann u. a. ein Jahr im Bereich Chirurgie bzw. Neurologie oder Neuropathologie bzw. Neuroradiologie angerechnet werden. Die genauen Vorgaben werden von den Landesärztekammern geregelt, die auf der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer basieren.

Neurochirurgen haben sich auf Erkrankungen des Nervensystems spezialisiert. Die zentralen Aufgaben ihrer Arbeit umfassen:

  • Diagnostik, wobei die Diagnose mithilfe fachspezifischer Untersuchungstechniken erfolgt
  • Krankheitseinschätzung, bei der die individuelle Erkrankung beurteilt und anschließend mit dem Patienten besprochen wird
  • Therapiekonzepte, die zur Behandlung der diagnostizierten Erkrankung notwendig sind

Zur Diagnosestellung erhebt der Neurochirurg zunächst eine ausführliche Anamnese. Danach erfolgt eine eingehende neurologische Untersuchung, die teilweise durch Zusatzuntersuchungen ergänzt wird. Diese Untersuchungsmethoden umfassen u. a. Laboruntersuchungen sowie elektrophysiologische Untersuchung wie Messungen von Gehirnströmen oder Nervenfunktionsleitungen. Es stehen neben der klassischen Röntgenuntersuchung ebenfalls die Computertomografie und Magnetresonanztomografie zur Verfügung. Durch weitere bildgebende Verfahren werden in der Neurochirurgie heutzutage oftmals präoperative Untersuchungen durchgeführt. Es kommt u. a. das funktionelle Magnetresonanztomogramm oder auch der Positronen-Emissions-Tomograf zum Einsatz. Hierdurch können nützliche Informationen über die körperlichen und geistigen Funktionen der Patienten in die Operationsplanung miteinbezogen werden.

Nach der Erstellung der Diagnose beurteilt der Neurochirurg gemeinsam mit dem Patienten die Erkrankung. In diesem gründlichen Gespräch werden ebenfalls mögliche Behandlungsansätze näher erörtern. Die geeigneten Therapievorschläge werden diskutiert und anschließend wird gemeinsam eine Behandlungsmethode ausgewählt. Diese führt der Neurochirurg entsprechend durch. Bei der Behandlung verfügt dieser über ein breites Spektrum von Möglichkeiten, um die Gesundheit der Patienten wiederherzustellen.

Der Facharzt für Neurochirurgie in Bonn leitet konservative Therapien ein. Bei diesen Maßnahmen greift der Arzt ohne Operation in das Krankheitsgeschehen ein. Zu den nicht-invasiven Behandlungsmöglichkeiten zählt Physiotherapie wie beispielsweise Krankengymnastik, Wärme- oder Kälteanwendung, manuelle Therapie oder Elektrotherapie. Zusätzlich kann eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Ebenfalls kann eine Neuraltherapie, bei der ein Lokalanästhetikum injiziert wird, Linderung verschaffen. Begleitende psychosomatische Maßnahmen wie psychotherapeutische Gespräche oder Entspannungstraining können die Behandlung positiv beeinflussen.

Neben den konservativen darf ein Neurochirurg ebenfalls operative Maßnahmen einleiten. Er verfügt über eine entsprechende Facharztausbildung, die es ihm erlaubt, zahlreiche Operationen am peripheren Nervensystem durchzuführen. Der Neurochirurg operiert beispielsweise bei Einengungen und Verletzungen an den Nerven von Handgelenk (Karpaltunnelsyndrom) oder Ellenbogen (Ulnaris-Syndrom). Zu weiteren Eingriffen gehören Operationen von Blutungen, Infarkten und Tumoren im Gehirn. Schädel-Hirn-Traumata sowie Missbildungen der Gefäße werden ebenfalls im Bereich der Neurochirurgie behandelt.

Der Neurochirurg in Bonn beherrscht zahlreiche Operationsmethoden zur Behandlung von Nervenproblemen, die durch Bandscheibenschäden an der Wirbelsäule hervorgerufen werden. Auch übernehmen Neurochirurgen stabilisierende Wirbelsäuleneingriffe. Sie führen Laseroperationen sowie mikrochirurgische Eingriffe durch, die miniminal-invasiv sowohl perkutan als auch endoskopisch ausgeführt werden. Die neurochirurgischen Operationen finden ambulant oder im Bedarfsfall stationär statt. Hierfür verweisen Neurochirurgen, die gleichzeitig als Belegärzte tätig sind, die Patienten an Belegkliniken.

Ein Neurochirurg ist in der Lage, aufgrund seiner Qualifikation spezielle Schmerzbehandlungen durchzuführen. Er übernimmt die Behandlung chronischer Schmerzzustände, wobei er teilweise in Kooperationen mit Schmerzambulanzen arbeitet oder selbst Schmerzsprechstunden anbietet. Fachärzte für Neurochirurgie verfügen zudem über die Kenntnisse, Patienten in ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen bei Schädel-Hirnverletzungen zu betreuen. Sie behandeln Störungen des zentralen Nervensystems, die mit Einschränkungen der Gehirnfunktion einhergehen, indem sie alle erforderlichen Maßnahmen koordinieren und überwachen.