REPRODUKTIONSMEDIZIN

In der Reproduktionsmedizin in Bonn geht es um die so genannte assistierte wie auch die natürliche Fortpflanzung und dabei auftretende Störungen. Ihren Ursprung findet die Reproduktionsmedizin in ähnlich gelagerten Fachgebieten wie der Gynäkologie und der Andrologie, wobei sich die Andrologie im Gegensatz zur Gynäkologie bei Frauen mit der Fortpflanzungsfunktion des Mannes befasst. Aufgrund der Vielzahl an möglichen Störungen und deren Ursachen finden sich in der Reproduktionsmedizin zahlreiche Überschneidungen zu anderen medizinischen Disziplinen wie der Urologie, der Genetik, den beiden bereits erwähnten Fachbereichen Gynäkologie und Andrologie sowie dem Medizinrecht, der Bioethik und der Rechtsmedizin.Wie die Bezeichnung es schon beinhaltet, geht es in der Reproduktionsmedizin in Bonn um die Unterstützung des Fortpflanzungsvorgangs, wenn dieser auf natürliche Wege aus verschiedenen Gründen nicht stattfinden kann. Bekannte und oft diskutierte Schlagworte dazu sind etwa Retortenbabys oder das Klonschaf Dolly.Eine anerkannte und schon sehr lange praktizierte Methode in der Reproduktionsmedizin ist die In-vitro-Fertilisation. Die Engländerin Louise Joy Brown, die am 25. Juli 1978 in der Nähe von Manchester geboren wurde, ist das erste Retortenbaby der Welt. Die heute 36-jährige Luise Brown brachte im Jahr 2006 einen Sohn auf natürliche Weise zur Welt.

Heute sind per In-vitro-Fertilisation gezeugte Kinder keine Seltenheit mehr. Allerdings bringt die Reproduktionsmedizin neben dem verständlichen Wunsch nach einem Kind ebenso eine ganze Reihe rechtlicher Schwierigkeiten mit sich, denn nach wie vor sind an der Zeugung eines Kindes sowohl eine Frau wie auch ein Mann beteiligt. Dazu kommen rein ethische Fragen wie auch verschiedene religiöse Überzeugungen. Ein gewichtiger Punkt sind wissenschaftliche Experimente mit Embryonen. In Deutschland wurde gerade unter diesem Gesichtspunkt am 13. Dezember 1990 das Embryonenschutzgesetz erlassen. In diesem Gesetz werden bestimmte Vorgehensweisen zur künstlichen Befruchtung unter Strafe gestellt. So etwa die Befruchtung einer Samenzelle mit einer Eizelle, die anhand ihrer Geschlechtschromosomen ausgewählt wurde. Also die absichtliche Wahl des Geschlechts. Ausnahmen davon sind nur zulässig, wenn dadurch eine Erbkrankheit vermieden werden kann, die sich geschlechtsspezifisch überträgt.In der Praxis geht es bei der Reproduktionsmedizin im Raum von Bonn in den weitaus meisten Fällen um die Sterilität eines oder beider Geschlechtspartner, die eine Fortpflanzung beziehungsweise Zeugung verhindert. Dabei teilt sich die Zeugungsunfähigkeit auf beide Geschlechter im Durchschnitt gleichmäßig auf. Interessanterweise besteht ein 10prozentiger Anteil von Krankheiten, deren Ursachen unbekannt sind. In der Diagnostik werden die der Zeugungsunfähigkeit zugrunde liegenden Störungen, soweit möglich, festgestellt. Das kann beim Mann etwa die Dysfunktion des Spermas sein oder bei der Frau ein Verschluss des Eileiters. Daneben finden sich ebenso psychische Ursachen wie bestimmte Erektionsstörungen oder die Frigidität.

Sind beide Partner unfruchtbar oder nur die Frau, erlaubt der Gesetzgeber in Deutschland keine Leihmutterschaft per In-vitro-Fertilisation. In der Realität jedoch wird diese Gesetzgebung durch entsprechend im Ausland anders gehandhabte Gesetze umgangen. Eine Leihmutterschaft, also das in der Regel bezahlte Austragen eines Kindes, sieht der Gesetzgeber als ethisch unvertretbar an und sieht hierbei auch einen Missbrauch der Leihmütter durch die Organisatoren solcher Schwangerschaften. Im Embryonenschutzgesetz sind die Leihmütter selbst von der Strafverfolgung ausgeschlossen.Neben der ursprünglich und noch heute verwendeten In-vitro-Fertilisation kommen in der Reproduktionsmedizin weitere Techniken zur Unterstützung einer Zeugung zum Einsatz. Die verschiedenen Verfahren wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten entwickelt, genauso wie die Verfahren zur Erkennung genetischer Defekte oder des Geschlechts. Zu den Techniken der Reproduktionsmedizin zählen:• Gamete-Intra-Fallopian-Transfer
• Intratubare Insemination
• Intrazytoplasmatische Spermieninjektion
• Intrauterine Insemination
• Zervikal-Intra-Fallopian-TransferIm Diagnostikbereich werden die beiden Verfahren „Präimplantationsdiagnostik“ sowie „Polkörperdiagnostik“angewendet, um Defekte in der Genetik zu erkennen oder das Geschlecht zu bestimmen.Ein weiterer Bereich der  Bonner Reproduktionsmedizin ist die Forschung an weiteren Verfahren zur künstlichen Befruchtung wie auch die Forschung und Analyse zu Umwelteinflüssen und Verhütungsmethoden. In der Theorie werden zudem ethische sowie juristische Fragen und die Auswirkung der Reproduktionsmedizin auf die Gesellschaft behandelt.