FLIESENLEGER

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger(in) lautet die korrekte Berufsbezeichnung für ein Handwerk, das man landläufig schlicht als „Fliesenlegen“ bezeichnet. Junge Leute, welche diesen kreativen Beruf erlernen wollen, sollten neben handwerklichem Geschick auch gestalterische Fähigkeiten und ein ästhetisches Empfinden mitbringen. Ob sich der „Fliesenleger“ noch in der Ausbildung befindet oder bereits erprobter Handwerksgeselle ist, ob er in einem Betrieb angestellt ist oder als sein eigener Chef auf selbstständiger Basis arbeitet: Immer hat er es mit der anmutigen und geschmackvollen Verkleidung von Fußböden, Wänden und Fassaden zu tun. Dabei kann er je nach Auftragsvorgabe aus verschiedenenen Materialien wählen: Fliesen und Keramik, Glas und Mosaiken gehören ebenso zu seinen Werkstoffen wie Natur-und Kunststeine. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass die „Plattenleger“ – so nennt man den Fliesenleger in der Schweiz – ausschließlich drinnen arbeiten, verschönern sie durchaus auch Einrichtungen, die sich draußen befinden. Wenn Außenfassaden unansehnlich und Terrassen brüchig geworden sind, ist die Kunst des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegers ebenso gefragt wie zum Beispiel bei der Sanierung, Renovierung oder Modernisierung von Schwimmbädern, U-Bahn-Stationen und Straßenunterführungen. Zunächst einmal plant der Handwerker gemeinsam mit seinem Auftraggeber, wie man ein Objekt nicht nur optisch anspruchsvoll, sondern möglichst auch dauerhaft beständig gestalten kann. Dann müssen Estrich, Putz oder Mörtel hergestellt werden. Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit, indem die Materialien jetzt sorgfältig verlegt oder an Wände angebracht werden. Die Arbeit in diesem Handwerk wird niemals langweilig. Ein Beispiel: Im Rahmen der neuen Energieeinsparverordnung(EnEv)werden auch Kenntnisse der Energieeffizienz und der Wärmedämmung verlangt. Das ist deshalb so wichtig, weil bei dem einen oder anderen Auftrag auch bestimmte Ansprüche der Schall- und Wärmedämmung erfüllt werden müssen.

Der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger sollte über eine robuste Konstitution verfügen und einen gewissen Sinn für ästhetisches Gestalten mitbringen. Schließlich muss er seine Arbeit hin und wieder auch außerhalb von Gebäuden verrichten. Dass er ansprechenden Formen und schöner Gestaltung zugeneigt sein sollte, versteht sich eigentlich von selbst. Körperliche Fitness ist schon deshalb wichtig, weil immer wieder auch mal Material gehoben oder getragen werden und der Handwerker seine Arbeit oft in gebückter Haltung verrichten muss. Er sollte zumindest über etwas technisches Verständnis verfügen, um Zeichnungen, Baupläne und Skizzen richtig interpretieren und gegebenenfalls auch selbst welche anfertigen zu können. Nur so kann er schließlich seinen Vorgesetzten, Mitarbeitern und auch seinen Kunden die eigenen gestalterischen Vorschläge einwandfrei vermitteln.

Wer den Beruf des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegers erlernen will, muss eine dreijährige Ausbildungszeit durchlaufen. Die erfolgt sowohl im Lehrbetrieb als auch in der Berufsschule. Grundsätzliche Voraussetzung für den Beginn einer Lehre ist der Hauptschulabschluss. Die Herstellung von Estrich und Mörtel, Putz und Fugendichtungen ist ebenso Bestandteil der Ausbildung wie das Aneignen von Kenntnissen der Bauphysik und die Bedienung technischer Geräte. Aber auch die Handhabung und Pflege von Werkzeugen, einzelne Verlegetechniken und das Einrichten und Sichern von Bau- oder Arbeitsstellen erlernt der künftige „Fliesenleger“. Die Herstellung von Dämmsystemen, Arbeitsschutz und Unfallverhütung sind weitere Schwerpunkte einer umfangreichen Ausbildung.

Nach dem dritten Ausbildungsjahr kann die Gesellenprüfung abgelegt werden. Sie wird entweder vor der Handwerkskammer oder vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt. Nach erfolgreicher Prüfung spezialisieren sich viele Handwerker auf bestimmte Materialien oder Techniken. Nicht wenige besuchen nach einigen Jahren praktischer Erfahrung in ihrem Beruf eine Meisterschule. Und wenn man diese auch noch erfolgreich absolviert hat, steht einer kräftigen Gehaltserhöhung oder der Eröffnung eines eigenen Betriebes nichts mehr im Wege. Dann hat sich die ganze Sache auf jeden Fall gelohnt: Mit dem Meisterbrief in der Tasche darf man nun auch selbst Lehrlinge ausbilden.