MALER UND LACKIERER

Maler und Lackierer sind nach wie vor ein sehr attraktiver Beruf für viele Hauptschulabgänger. Mit genügend persönlichen Einsatz kann sogar ohne Abschluss eine Ausbildung angegangen werden. Offerierten die geringen Anforderungen für viele Schulabgänger zunächst eine echte Chance auf einen soliden Einstieg in die Arbeitswelt, kann dieser positive Umstand zugleich falsche Vorstellungen wecken. Das Berufsbild fordert eine hohe Fachkenntnis im Bereich von Farben und Oberflächenbeschaffenheit – eine Voraussetzung, die nicht alle Auszubildenden sich erfolgreich anzueignen wissen und die relativ hohe Abbruchquote erklärt. Bei erfolgreichem Abschluss können die Absolventen wahlweise als angestellte Kraft in einem Betrieb arbeiten oder mit Hilfe der Weiterbildung zum Malermeister ein eigenes Unternehmen gründen.

Maler sind häufig beim Häuserbau oder Renovierungen anzutreffen. Das Revier der Lackierers ist hingegen häufig in der Werkstatt angesiedelt. Körperliche Ausdauer oder Kraft ist bei der Ausübung des Berufes weniger vonnöten. Dagegen stellen sich vergrößerte Ansprüche an das individuelle Geschick im Umgang mit Farben und Lacken. Gleichzeitig muss auch das notwendige Hintergrundwissen zu Farbtönen und verwendeten Materialien vorhanden sein. Abhängig von der Spezialisierung des Malers und Lackierers stehen verschiedene Einsatzbereiche zur Auswahl: Denkmalpflege und Kirchenmalerei, Gestaltung und Instandhaltung sowie Bauten- und Korrosionsschutz

Heruntergekommene Altbauten, aber auch frisch aus der Erde gehobene Architektur benötigen innen wie außen spezielle Pflege und einen stimmigen Anstrich. Jedoch bleiben die Aktivitäten nicht nur auf das Streichen von Wänden, Fassaden oder Decken beschränkt. Auch Fußböden müssen fachgerecht verlegt und Tapeten in Räumen angebracht werden. Lackierer zieht es hingegen eher in die Werkstatt, wo diese Fehler an Autolacken oder anderen Oberflächen wie Metallen ausbessern. Kreativität ist neben fundierter Sachkenntnis eine wichtige Eigenschaft – je nach eingeschlagener Fachrichtung. Die Vorstellungen von Kunden bezüglich von Farben, Motiven und Oberflächen decken dabei ein breites Spektrum an künstlerischen Attributen ab.

Neben dem äußerst sorgsamen Vorgehen bei Detailarbeit muss zugleich eine angemessene Arbeitsgeschwindigkeit aufrechterhalten werden. Ein intuitives Verständnis von Ästhetik und künstlerischem Ausdruck hilft dabei, die Anliegen von Kunden besser zu verstehen und in die Tat umzusetzen. Beratung und die Aussprache von Empfehlungen sind dabei üblicher Teil des Berufslebens.

Ein derartig vielseitiger Beruf mit breit gefächerten Anforderungen setzt eine hohe Lernbereitschaft voraus. Ansässige Unternehmen sind personell meist klein aufgestellt und in familiärer Hand. Für die Kontaktaufnahme sind daher zu starke Förmlichkeiten nicht notwendig. Der telefonische Weg für eine persönliche, unverbindliche Anfrage stellt hier eine direkte und schnelle Möglichkeit dar. Bei positiver Rückmeldung kann eine Bewerbung in schriftlicher Form mit den dafür üblichen Unterlagen wie Lebenslauf, Bewerbungsschreiben und Abschlüssen folgen.

Klare Aussagen zur Sättigung der auszufüllenden Stellen auf dem Arbeitsmarkt sind aufgrund schnell sich wandelnden Faktoren schwer zu treffen. Die Auftragslage und damit der Bedarf nach Fachpersonal steht in direktem Zusammenhang mit dem derzeitigen Stand des Baugewerbes und der allgemeinen Wirtschaftslage. Einschnitte in diesen Bereichen beeinflussen spürbar auch das Arbeitsaufkommen der Malerbetriebe. Geht es der Wirtschaft schlecht und steht allgemein weniger Geld zur Verfügung, sei es von öffentlicher Hand oder von privaten Finanziers, sind die Auswirkungen unmittelbar beim Maler und Lackierer anzutreffen.

Während zwischen den Jahren 1999 und 2005 ein massiver Stellenabbau mit einem beachtlichen Arbeitslosenanteil von bis zu 40 % in der Branche zu verzeichnen war, nahmen seit 2012 die besetzten Stellen merklich zu. Ursache dafür war der zu dieser Zeit aufkommende Konjunkturaufschwung, von dem vor allem auch Baufirmen – und somit auch Maler und Lackierer – immens profitiert haben.