Gesundheit ist ein Grundrecht des Menschen. Wir möchten gesund leben und gesund alt werden. Doch was ist Gesundheit eigentlich? Den Zustand des Gesundseins empfindet jeder Mensch anders. Medizinische Befunde hingegen sind eindeutig. Häufig merken wir erst, was Gesundheit für uns bedeutet, wenn wir krank werden. Doch ist Gesundheit wirklich nur die Abwesenheit von Krankheit? Gehört ein gewisses Wohlbefinden nicht auch dazu? Zu dieser Frage gibt es zahlreiche Ansätze und Definitionen. Dabei werden bestimmte Merkmale und Faktoren immer wieder genannt.

Das Wort Gesundheit stammt aus dem Germanischen: (ga)sunda bedeutet stark, kräftig. Zu Gesundheit gibt es keine Pluralform – es gibt viele verschiedene Krankheiten, aber nur diese eine Gesundheit. Für das Leben in der Gesellschaft hat Gesundheit eine überaus positive Bedeutung. Ein gesunder Mensch kann sich im gesellschaftlichen Raum den sozialen Erwartungen gemäß bewegen, er ist handlungsfähig und kann seinen Aufgaben nachkommen. Gesundheit wird häufig als uneingeschränkte Leistungsfähigkeit verstanden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit folgendermaßen: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ Damit ist Gesundheit weit mehr als ein Nicht-Kranksein und wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens. Sie ist zweifelsohne erstrebenswert. Wir können uns gesund ernähren und uns um einen möglichst gesunden Lebenswandel bemühen. Als primäres Lebensziel kann Gesundheit dennoch nicht gesehen werden. Sie ist ein Zustand des Wohlbefindens, der von zahlreichen verschiedenen Faktoren abhängig ist.

Gesundheit kann nicht auf die körperliche Unversehrtheit reduziert werden. Sie schließt einen als gut empfundenen psychischen Zustand ebenso ein wie Wohlbefinden auf sozialer Ebene. Gemäß einer Definition von Klaus Hurrelmann, einem deutschen Gesundheitswissenschaftler, ist die Gesundheit eines Menschen dann gegeben, wenn ein Gleichgewicht zwischen seinen eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den gegebenen äußeren Lebensbedingungen besteht.

Die Faktoren, die unsere Gesundheit beeinflussen, lassen sich in vier Bereiche einteilen: unsere Veranlagung, unsere Gewohnheiten, die Gemeinschaft, in der wir leben, und unsere Umwelt. Am Anfang steht unserer Veranlagung: Wie sind wir genetisch ausgestattet, was wird uns vererbt, wie ist unser Körper beschaffen? Als Nächstes sind unsere Lebensgewohnheiten entscheidend. Dazu gehören unser Essverhalten und unsere Bewegungsgewohnheiten. Auch unsere Lebensgeschichte, unsere Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle prägen uns und beeinflussen unser Wohlbefinden. Auch soziale Faktoren sind von großer Bedeutung. Sind wir gut in die Gesellschaft eingebunden und haben wir sinngebende Aufgaben in einer Gemeinschaft, fühlen wir uns wohler. Soziale Kontakte, Freundschaften, Partnerschaft und Familie wirken sich ebenso auf unsere Gesundheit aus wie unsere Hobbys und das Verhältnis zu den Kollegen am Arbeitsplatz. Umwelteinflüsse sind ebenfalls entscheidend. Dazu gehören nicht nur Faktoren wie der Kontakt mit Schadstoffen und die Beschaffenheit von Luft und Trinkwasser, sondern auch unsere Wohnverhältnisse und Ernährungsmöglichkeiten. Auch extremer oder anhaltender Lärm, Schmutz oder fehlende Helligkeit können unsere Gesundheit negativ beeinflussen.

Sind die Menschen in einem Land gesund, steigt die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung. Diese wiederum gilt als Anhaltspunkt für die Lebensqualität. Gesundheit ist wertvoll und erstrebenswert. Außerdem ist sie geschützt: Laut Verfassung der WHO ist sie ein Grundrecht des Menschen.