Beuel Mitte

Beuel-Mitte

Beuel-Ost

Beuel-Ost

Oberkassel

Oberkassel

Geislar

Geislar

Hoholz

Hoholz

Holtorf

Holtorf

Holzlar

Holzlar

Küdinghofen

 Küdinghoven

Limperich

Limperich

Pützchen / Bechlinghofen

 Pützchen/

Bechlinghoven

Ramersdorf

 Ramersdorf

Vilich

Vilich

Schwarzrheindorf / Vilich-Rheindorf

 Schwarzrheindorf/

Vilich-Rheindorf

Vilich-Müldorf

Vilich-Müldorf


Stadtbezirk Beuel

bonn - beuel

Beuel- Die Beueler Rheinseite

Die ehemalige (BRD-)Bundeshauptstadt Bonn, die auch nach der deutschen Wiedereinigung unter der Bezeichnung „Bundesstadt“ weiterhin Sitz
Bundesministerien und sonstiger Bundesbehörden geblieben ist, liegt etwa 40 km südlich von Köln im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die mehr als 300.000 Einwohner der Rhein-Stadt verteilen sich auf die vier, sich zusammen über etwa 140 qkm erstreckenden Stadtbezirke Bonn, Bad Godesberg, Hardtberg und Beuel. Einzig der Stadtbezirk Beuel liegt von diesen vier Kommunalgebieten auf der rechten Seite des Rheins. Beuel ist knapp 35 qkm groß und hat ungefähr 65.000 Einwohner. Nachbargemeinden sind die zum Rhein-Sieg-Kreis gehörenden Mittelstädte Niederkassel, Troisdorf, St. Augustin und Königswinter. Landschaftlich ist Beuel außer vom Rhein, in em bei Beuel die Sieg mündet, insbesondere vom maximal 200 m hohen, als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Höhenzug Ennert geprägt. Verwaltungstechnisch wird Beuel in 14 Ortsteile untergliedert, auf die heraldisch durch die blauen Sterne im Wappen von Beuel hingewiesen wird: Beuel-Mitte und Beuel-Ost, Vilich, Schwarzrheindorf/Vilich-Rheindorf und Vilich-Müldorf sowie Geislar, Hoholz, Holzlar, Holtorf, Küdinghoven, Limperich, Ramersdorf, Pützchen/Bechlinghoven und Oberkassel. Viele dieser Ortsteile haben sich ein betont ländlich-kleinstädtisches Flair erhalten können und pflegen oft einen ausgeprä gten Kommunal-Patriotismus. Es gibt aber auch Prekariatsviertel mit den typischen Bausünden und sozialen Problemen wie etwa das Siegburgstraßen-Quartier in Beuel-Ost.

 

Geschichte
Das wegen seines bevorzugten klimatischen Bedingungen häufig als „Schäl Sick“, als Bonns Sonnenseite, bezeichnete Beuel blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. In der Römer-Zeit konnte die Bevölkerung des Gebiets sowohl von Handels- und Kulturbeziehungen zwischen Germanen und den im linksrheinischen Germanien dominierenden Römern profitieren. Aber auch Auseinandersetzungen waren in diesem Grenzgebiet keine Seltenheit. Hier hatten im Spätaltertum zahlreiche Kriegszüge der Franken gegen das schwach gewordene Imperium Romanum ihren Anfang.

Nach der poströmischen Periode karolingischer Zentralherrschaft wurde das Gebiet unter mehrere Herren aufgeteilt. Viele Jahrhunderte war das spätere Kerngebiet von Beuel um Schwarzrheindorf und Vilich wichtiges Besitztum der Kölner Erzbischöfe als rechtsrheinischer Brückenkopf ihrer Macht. Angrenzend an diese kurkölnischen Gebiete lagen Dörfer wie die heutigen Beueler Ortsteile Oberkassel und Küdinghoven, die etliche Jahrhunderte zum Herzogtum Jülich-Berg oder anderen Herrschaften gehörten. Am Konrad-Adenauer-Platz erinnert nur wenig daran, dass hier von 1583 an die strategisch wichtige Beueler Schanze stand. Auf Befehl des mit Kurköln verbündeten französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. wurde die Schanze um 1700 zu einer regelrechten Festung ausgebaut. 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg von gegnerischen Truppen sturmreif geschossen und erobert, wurde die „Fort de Bourgogne“ genannte Befestigung nach Kriegsende später gemäß der Bedingungen im Utrechter Friedensvertrag (1713) abgetragen.

Im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses (1803) musste der Erzbischof von Köln, der 1801 bereits seine linksrheinischen Gebiet an Napoleon verloren hatte, auch seine rechtsrheinischen Besitzungen abtreten. Als Folge wurden die Beueler Ländereien Kurkölns zunächst nassauisch und kamen schließlich 1806 zum kurzlebigen napoleonischen Modellstaat Großherzogtum Berg. In dieser Zeit wurden die meisten der späteren Beueler Ortsteile in der Amtsgemeinde beziehungsweise Gesamtgemeinde Vilich zusammengefasst. 1815 wurde Vilich wie auch Bonn Teil der preußischen Rheinprovinz. 1921 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde in „Beuel“. Die 1898 eingeweihte (Alte) Rheinbrücke zwischen Bonn und Vilich-Beuel ließ die Bewohner beider Rheinufer, die bis dahin nur durch Fähren miteinander verbunden waren, näher aneinander rücken. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde diese Brücke von deutschen Soldaten gesprengt, aber bereits vier Jahre später durch die Neue Rheinbrücke (heute: Kennedy-Brücke) ersetzt. Ende der 1960er/ Anfang der 1970er Jahre ist die Anbindung an das linksrheinische Ufer durch den Bau zweier weiterer Brücken abgeschlossen worden.

Kommunalpolitisch stellten die Jahre 1952 und 1969 die wichtigsten Zäsuren in der jüngsten Geschichte Beuels dar. 1952 wurde der Ort zur Stadt erhoben. Insbesondere die neue Rolle Bonns als Bundeshauptstadt ab 1949 und die damit verbundenen infrastrukturellen Herausforderungen machten nach Ansicht des Landesgesetzgebers eine kommunale Neuordnung von Bonn und Umgebung notwendig („Bonn-Gesetz“). Die bis dahin selbständigen Städte Bad Godesberg und Beuel sowie eine Reihe weiterer Gemeinden wurden 1969 nach Bonn eingemeindet. Dem Stadtbezirk Bonn-Beuel, in dem heute zahlreiche Bundesbehörden ihren Sitz haben, wurden zusätzlich die Gebiete der rechtsrheinischen Ortschaften Oberkassel, Holzlar und Hoholz angegliedert.