Der Bundesverteidigungsminister beziehungsweise die Bundesverteidigungsministerin hat den Hauptsitz nicht in der Bundeshauptstadt Berlin, sondern auf der Bonner Hardthöhe. Das kurz BMVg genannte Ministerium nimmt praktisch den gesamten Raum des Hardtberger Ortsteiles Hardthöhe ein. Ab 1960 entstanden die umfangreichen Gebäude hier am Südwestrand des Ortsteiles Duisdorf. Die Hardthöhe wurde am 1. August 1969 im Zuge der kommunalen Gebietsreform Teil des neu gegründeten Bezirks Hardtberg und damit in die Stadt Bonn eingemeindet. Vorher gehörte die Hardthöhe zu Duisdorf im Landkreis Bonn, das 1969 ebenfalls Ortsteil des neuen Bezirks Hardtberg wurde.

1960 startete das Verteidigungsministerium das Projekt, seine Büros von der Ermekeilkaserne auf die Hardthöhe zu verlegen. Die auf der Hardthöhe bereits vorhandenen, 1956 entstandenen Kasernengebäude wurden wegen ihrer siedlungsartigen Anordnung auch Wagenburg genannt. Vier Häuser mit Satteldach beherbergten bereits Büros. Ab 1960 entstanden zunächst zahlreiche Bürohochhäuser für rund 3.500 Mitarbeiter des Bundesverteidigungsministers. Das höchste Gebäude hat zehn Stockwerke. Zu diesen im Laufe der 1960er Jahre geplanten und neu errichteten Bauten der Hardthöhe gehören auch ein Sitzungsgebäude, das zwei Stockwerke hat, das Kasino sowie die fünf Bürohochhäuser mit jeweils sechs Geschossen, die untereinander verbunden sind. Das dreistöckige Bürogebäude des Ensembles wurde später als „Ministerbau“ bezeichnet. Am Nordrand der Hardthöhe wurde das Haupteingangsgebäude, die so genannte Nordwache, errichtet. 1966 begannen die Bauarbeiten für das Bürogebäude des Maschinentechnischen Berichtswesens im südlichen Bereich der Hardthöhe. Es wurde 1968 fertiggestellt. Im selben Jahr wurde der Bau des großflächigen Sanitätsbereiches im Westteil, der ein Jahr zuvor begonnen worden war, erfolgreich abgeschlossen.

Ab 1979 begann eine intensive, erfolgreiche Weiterentwicklung der Flächen des Bundesverteidigungsministeriums: Acht Jahre dauerten die Baumaßnahmen für den neuen zentralen Bereich. Es entstanden weitere Büros mit insgesamt 50.000 m² Fläche. Die Gruppe Groth und Lehmann-Walter verantwortete die Bauplanung. Das Bad Nauheimer Architekturbüro Hölzinger erbaute bis 1987 das neue Gebäude für den Verteidigungsminister, sowie ein neues Kasino in Pyramidenform im südlichen Bereich der Hardthöhe. Das Sanitätszentrum von 1968, das nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprach, wurde von 2000-2002 durch den modernen Anbau ergänzt. 2008 folgte die Erneuerung der Nordwache. Ein Jahr später wurden viele der anderen, unter Denkmalschutz stehenden Gebäude saniert. Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen, das vorher in der Ermekeilkaserne beheimatet war, zog zu Beginn des Jahres 2013 ebenfalls in Gebäude auf der Hardthöhe.